Wenn aus Satire Hetze wird

 

Wer den Spiegel oder andere Medienerzeugnisse aus dem eher linksliberalen Lager liest, der hat es mit einer abweichenden Weltsicht nicht leicht.

Möchte man nicht in der eigenen Filterbubble versinken, ist der Gang durch den Spießrutenlauf der Mainstream Medien Pflicht. Jeder Blick auf Spiegel Online lässt fragen, ob man nicht vllt. ein schlechter Mensch ist. Sei es, weil man Merkels anhaltende Grenzöffnung kritisch sieht oder man denkt, dass eine Abtreibung kein normaler Vorgang ist und eine Beratung daher angezeigt ist.

Ist die empirische Moral wirklich ein überholtes Konzept und die normative Ethik das Maß aller Dinge? Nicht, dass die Leute beim Spiegel sich solche Fragen ernsthaft stellen würden, geschweige denn das sie diese beantwortet hätten. Doch das sind die Mechanismen dahinter. Für diejenigen, die sich mit der Frage beschäftigt haben und zu einer anderen Einschätzung als die gängige gekommen sind, ist der Medienkonsum seit 2015 mit anhaltenden Mobbing vergleichbar.

Regelrecht eskaliert wird dieses Problem durch diverse Satire Formate wie z.B. das NEO MAGAZIN ROYALE, die Heute-Show, extra 3, Charlie Hebdo und weitere. Sie alle nehmen für sich in Anspruch, irgendwie Satire zu sein. Sie alle sprechen scheinbar nur noch ihre eigene Peergroup an. Satire soll übertreiben und darf einiges. Okay, aber wo hört Satire auf und fängt Hetze an. Die öffentlich rechtlichen Formate bewegen sich hier auf einen sehr schmalen Grad. Formate wie „Die Heute-Show“ wiederholen monoton die immer gleiche Botschaft. Das Mittel zum Transport der Botschaft ist keine Analyse der derzeitigen Situation und ihre gezielte Überspitzung, sondern die simple Verächtlichmachung des Gegners. Die Frage ob die öffentlich rechtlichen hier ihren Auftrag verlassen und stattdessen Hass gegen einen signifikanten Teil der Gesellschaft schüren darf gestellt werden.

Sehr „schön“ war, um ein Beispiel zu nennen, ein Beitrag der NDR Sendung extra 3, in Stuttgart auf einer Demo gegen den neuen Bildungsplan 2015. Das Video endet mit dem schönen Satz „Viele von ihnen haben wirklich, muss man sagen, ihre Rollen als homophobe Arschlöcher und elendige Spießer hervorragend gespielt.“. Zum Hintergrund, in Baden-Württemberg ist vor einiger Zeit ein neuer Bildungsplan eingeführt worden der, wie soll man sagen, etwas fernab der Realität ist. Nach der Lektüre des neuen Lernplans muss das Kind zu dem Schluss kommen, dass die klassische Familie ein Sonderfall ist. Darüber hinaus werfen, nicht wenige, Wissenschaftler dem Plan vor eine frühkindliche Sexualisierung zu betreiben. Das alles tangierte extra 3 natürlich nicht. Unter dem Deckmantel der Satire wurde gegen normale Demonstranten schlicht Hetze betrieben und bewusst der Eindruck vermittelt dort seien nur „homophobe Arschlöcher“ auf die Straße gegangen.

Der Auftrag der Schule ist es, Fakten zu vermitteln. In Baden-Württemberg werden neuerdings allerdings Weltbilder vermittelt, so wie in Hessen inzwischen auch. So was nennt man auch Indoktrinierung, auch wenn es der guten Sache der Toleranz dient. Wer nun dagegen ist, dass sein Kind politisch Indoktriniert wird, der ist in den Augen von extra 3 wahlweise ein elendiger Spießer oder ein homophobes Arschloch. Auch wenn sich das Weltbild allein quantitativ schon mit der Wahrnehmung des Kindes beißen muss.

Das moderne und Bunte Deutschland ist sehr tolerant gegenüber allen, was ins eigene Weltbild passt. Der Rest, so die Botschaft, gehört nicht dazu. Eine andere „Satire“ Sendung, das NEO MAGAZIN ROYALE wünscht, unliebsamen Personen auch gerne mal den Tod. Natürlich auf witzige Art und Weise, verpackt als kleiner Gag am Rande. Ob der Betroffene es auch so witzig findet, sei dahingestellt. Ob jemand, der eine ähnliche Meinung wie der Betroffene vertritt, es sich am Ende des Tages noch traut diese öffentlich zu äußern sei ebenfalls dahingestellt. Genau wie es jeden frei steht seine Schlüsse daraus zu ziehen, wie es sich mit der Debattenkultur im Land verhält und ob es möglicherweise Querverbindungen mit dem Aufstieg einer gewissen Partei gibt.

Gefärbte Nachrichten und Subtexte

Latent, wenn auch weniger extrem ist, diese Unsitte auch in anderen Formaten vorhanden. Sei es die nette AIDS Werbung, wenn Zombies Männer fressen und so das Klima retten (natürlich von öffentlichen Geldern über ein Ministerium finanziert) und an vielen anderen Stellen. Eine nette kleine Sammlung habe ich in diesem Blog im Beitrag Westliche Werte zusammengestellt. Die Färbung im Subtext von ehemals seriösen Nachrichtenquellen und sehr extrem beim Spiegel ist in den letzten Jahren eher mehr als weniger geworden. Es ist unmöglich geworden, dem Problem der gefärbten Nachrichten aus dem Weg zu gehen. In ihrem Buch „Es war doch gut gemeint: Wie Political Correctness unsere freiheitliche Gesellschaft zerstört“ beschreiben die Autoren Daniel Ullrich und Sarah Diefenbach dieses Problem als paternalistischen Journalismus. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass die Journalisten, aus einem Misstrauen ihren Lesern gegenüber, stets um die „richtige“ Einordnung der Information bemüht sind.

Die logische Folge dieses Journalismus ist, dass die Menschen im Land langsam aber nachhaltig das Vertrauen in die Medien verlieren. Das ist ein langsamer und schleichender Prozess. Doch er schreitet immer mehr voran und inzwischen kennen auch breitere Bevölkerungsschichten Begriffe wie Tendenzjournalismus.

Die Folgen

In den letzten Jahren haben sich die obigen Tendenzen extrem verstärkt, insbesondere die Satire Sendungen der öffentlich rechtlichen Sendeanstalten überschreiten immer wieder die Grenze zur Hetze. Sie bemühen sich zwar um eine humorvolle Verpackung, aber das macht es nicht besser. Vielleicht sogar noch schlimmer.

Die Satire wird zu einem bequemen Deckmantel um Hass gegen politisch andersdenkende zu verbreiten. So können „Journalisten“, die vorgeben eine offene und bunte Gesellschaft zu wollen, in einem Ausmaß Hass verbreiten, der ohne diesen Deckmantel justiziabel wäre. Diese Art der Meinungsmache ist vollkommen ungeeignet Menschen zum Nachdenken zu bewegen. Es sind nur noch Versatzstücke, die mit maximaler Emotionalisierung Triebe beim Publikum wecken. Kurzum, sie dient nur noch zur Versicherung der eigenen Position, zur Stärkung des Zusammenhalts in der eigenen Peergroup. Da ist kein Reflektieren mehr, kein innehalten. In schneller Folge werden Pointen abgefeuert, die beim Publikum die erwünschten Reaktionen wecken sollen. Die Verächtlichmachung trifft den immer gleichen politischen Gegner, den vermeintlich rückständigen Spießer oder halt den „Nazi“. Die Botschaft setzt auf eine maximale Verstärkung der „richtigen“ Meinung. Reflexion, Hinterfragen der politischen oder gesellschaftlichen Situation ist nicht erwünscht. Entsprechend inhaltsleer und aus dem Zusammenhang gerissen sind die Beiträge. Inhaltsleere gehört zum Konzept dieser Sendungen.

Die Folge davon ist klar, der Graben durch unsere Gesellschaft wird tiefer. Auf der einen Seite sind die, welche in Sendungen wie „Die Heute-Show“, „NEO MAGAZIN ROYALE“ oder „extra 3“ eine lustige Abendunterhaltung sehen. Auf der anderen Seite sind solche, die sich in diesen Sendungen permanent ausgegrenzt sehen. Die Seite der Ausgegrenzten stellt spätestens seit Pegida einen großen Teil der ostdeutschen Bevölkerung dar. Was sich in diversen Wahlergebnissen niedergeschlagen hat. Die Antwort der Medien war klar, der ostdeutsche Mensch ist rückständig und nicht in Deutschland integriert. Es muss sich um Dunkeldeutschland handeln. Extrem zu beobachten unmittelbar nach der letzten Bundestagswahl. Die gleichen Journalisten fragen sich dann, warum ihre Berufsgruppe inzwischen zu dem an wenigsten Vertrauenswürdigen zählt.

Bildquelle: Pixabay

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