Westliche Werte

Anlässlich des vergangenen Wahlkampfes, den nun gescheiterten Sondierungen und der Berichterstattung darüber, hat sich das Thema Medienhysterie wieder neu aufgedrängt. Passend dazu viel mir eine Liste von Zitaten ein, die ich unmittelbar nach Trumps Sieg angefertigt habe.

Egal wie man zu Trump steht, egal wie man zur AFD steht, es gibt einfach Regeln für eine funktionierende Meinungsbildung. Genau, wie es diese auch für den Umgang der Menschen untereinander gibt. Die Zitate zum Trump Wahlsieg weiter unten zeigen, wie sehr die Masken einiger Protagonisten in den „Qualitätsmedien“ fallen, wenn das passiert, was nicht passieren darf. Ähnliches kann man auch über die AFD sagen und inzwischen leider auch über die FDP, seitdem der Lindner die Sondierungsgespräche(!) beendet hat.

Nach Trump, Brexit, Flüchtlingskrise, diversen Kriegen und den Kampf gegen den klassischen Mann, macht es vllt. Sinn sich mal wieder damit zu beschäftigen, was diese viel beschworenen westlichen Werte eigentlich sind. Von denen wird dieser Tage ja so gern geschrieben. Wenn wir uns in Deutschland anmaßen andere Länder pauschal für die Präsidentenwahl zu verurteilen ist das die Freiheit des Denkens? Wenn in Deutschland Politiker unbeliebter Parteien zusammengeschlagen werden, ist das die Freiheit? Langsam gehen die Argumente aus. Der kürzlich verstorbene Robert Spaemann sagte einmal, die 50er Jahre seien, was den geistigen Austausch anging, viel liberaler und lebendiger gewesen als das, was heute unter dem Etikett Diskurs firmiert.

Das Heilsversprechen scheint sich langsam in Geld zu erschöpfen, jedes Problem in der Gesellschaft, einfach alles, Geld soll es richten. Doch Geld können chinesische Politiker auch verteilen. Das machen sie vielleicht nicht so freigiebig, aber das Potenzial ist da. Wo also ist das Alleinstellungsmerkmal des Westens im Jahre 2017?

Es sollte eigentlich die freie Rede sein, der Respekt vor der Meinung Andersdenkender. Eine Haltung der Aufklärung, also das die Ratio Vorrang hat vor der Emotion. Wenn das Böse sich selbst entlarvt, dann war der Morgen nach der Wahl des Trump hier sehr erhellend. Hier jedenfalls die versprochenen Zitate aus einigen der führenden deutschen „Qualitätsmedien“

Soviel zu den Werten auf denen die westlichen Demokratien bauen. Ich dachte immer, dass die Fixierung auf Rasse und Geschlecht nicht mehr opportun sei. In linken und grünen Kreisen scheint das nur noch eine eingeschränkte Gültigkeit zu haben.

Dazu fällt eigentlich nur noch ein Zitat von Anna Katharina Emmerich ein:

„Alles, was der Mensch denkt,
spricht und tut, hat in sich etwas Lebendiges,
das fortwirkt zum Guten
oder zum Bösen.“

Wenn das was zur Wahl Trumps durchbrach und davor in der Flüchtlingskrise, wie auch jetzt nach der gescheiterten schwarz/grün/gelben Sondierung seine Wurzel irgendwo hat. Dann muss man sich ernsthafte Sorgen um die Stabilität unserer freiheitlichen Demokratie machen. Einfach so aus dem nichts entsteht dieser Hass jedenfalls nicht und ja es ist Hass, der da zuweilen durchbricht.

Es bleibt ja auch nicht dabei das diese – man kann es nicht anders sagen – Beleidigungsmaschinerie sich auf einzelne Events beschränkt. Der Thesen Diez (Die Bezeichnung stammt von Matthias Matussek) von Spiegel Online zum Beispiel schreibt gern mal Kolumnen. Hier z.B. Diez über Reaktionäre.

Den politischen Gegner pauschal als reaktionäre Arschlöcher zu bezeichnen wäre ja an sich als Meinung okay. Ob es hilfreich ist, steht auf einem ganz anderen Blatt. Doch nimmt gerade der Spiegel, ja für sich in Anspruch Qualitätsjournalismus zu liefern. Natürlich besser sachlicher und sauberer recherchiert als die bösen alternativen Medien. Trump Unterstützer oder Lindner Freunde oder Putin Versteher oder abgehängte AFD Wähler würden deshalb natürlich keinen Spiegel lesen. Alleine schon an der Liste merkt man das aus Sicht der Medien die Feinde hinter immer mehr Ecken lauern.

Scheinbar ist man dort so in seiner eigenen Echokammer gefangen, dass gar nicht mehr auffällt, wie sehr das eigene Niveau gefallen ist. Vor allen aber scheint nicht aufzufallen, dass die Medien selbst es sind, die die Spaltung in der Gesellschaft vorantreiben. Jene Medien, die eigentlich verbinden sollten zwischen Regierung und Volk. Die also Spaltungen aufdecken sollten, statt diese zu vertiefen.

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